Ist unsere Gesellschaft auf die aufkommenden Fragestellungen von morgen richtig vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer eindringlicher als die zentrale Herausforderung für die Zukunft der Bundesrepublik in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine stetig ansteigende Lebenserwartung auf der anderen verändern die Erscheinung unserer Gesellschaft.
Das Älterwerden der Bürger zwingt auch auf dem Arbeitsmarkt zum Umdenken. Der lange praktizierte Weg der Frühverrentung führt in die falsche Richtung. Tatsächlich ist die aktive Teilnahme der Generation 50plus am Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung für das Weiterbestehen unserer Volkswirtschaft.
Wenn immer weniger Junge verfügbar sind, die vielfach außergewöhnlich qualifizierten Alten zudem immer länger gesund und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger aktives Element der Wirtschaft sein, sodass alle von deren Erfahrung profitieren können.
Untertrichen wird die steigende Bedeutung älterer Arbeitender für den Arbeitsmarkt von der Statistik: Im Jahr 2009 ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 Jahre alt – im Jahr 2020 wird es bereits jeder 3. sein, Tendenz ansteigend.
Schon heute hat die Gruppe der Best Ager viel höhere Chancen, als sie selbst denken würde: Eine aktuelle Umfrage des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat gezeigt, dass bei fast 50 Prozent aller Jobs, für die sich über 50-Jährige bewarben, ein älterer Bewerber auch den Zuschlag bekam. Vor allem mittelständische Unternehmen schätzen die Kompetenz und Erfahrenheit von Älteren. Nur: In 3/4 der untersuchten Fälle lagen den Unternehmen überhaupt keine Applikationen älterer Personen vor.
Da ist es nicht verwunderlich, dass die BRD im Vergleich der Länder schlecht abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Quote der Beschäftigung der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 ein wenig gestiegen – bleibt aber international das Schlusslicht. Volkswirtschaften wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre erfahrene Generation längst in den Markt integriert. Hier liegen die Beschäftigungsquoten zwischen 65% und 70% – und steigen stetig weiter.
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