Mittwoch, 27. Mai 2009

Moderne Maßstäbe: Demographische Entwicklung in Deutschland

Ist unsere Gesellschaft auf die Probleme der Zukunft richtig vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer deutlicher als die zentrale Herausforderung für die Zukunft der BRD in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine kontinuierlich ansteigende Lebenserwartung auf der anderen verändern das Gesicht unserer Nation.

Das Älterwerden der Bürger zwingt auch auf dem Arbeitsmarkt zum Umdenken. Der lange eingeschlagene Weg der Frühverrentung führt in eine verkehrte Richtung. Tatsächlich ist die aktive Partizipation der Generation Fünfzig Plus am Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren unserer Wirtschaft.

Wenn immer weniger junge Leute zur Verfügung stehen, die vielfach hoch qualifizierten Senioren zudem immer länger gesund und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger wichtiges Element der Wirtschaft sein. Untermauert wird die steigende Bedeutung betagter Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt von der Statistik: Heute ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 – in zehn Jahren wird es bereits jeder 3. sein, Tendenz ansteigend.

Schon jetzt hat die Gruppe der Best Ager viel ausgewogenere Chancen, als sie selbst vermutet: Eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ergeben, dass bei beinahe 50 Prozent aller Stellenangebote, für die sich über 50-Jährige bewarben, ein älterer Kandidat auch den Zuschlag bekam. Insbesondere mittelständische Unternehmen schätzen die Kompetenz und Erfahrenheit von Älteren. Aber: In drei Viertel der untersuchten Fälle lagen den Unternehmen gar keine Bewerbungen älterer Arbeitssuchender vor.

Da ist es nicht erstaunlich, dass die BRD im Vergleich der Länder schlecht abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Quote der Beschäftigung der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 ein bisschen gestiegen – bleibt aber international das Schlusslicht. Volkswirtschaften wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre erfahrene Generation längst in den Arbeitsmarkt integriert. Hier liegen die Beschäftigungsquoten zwischen 65% und 70% – und steigen immer weiter.

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