Ist unsere Gesellschaft auf die aufkommenden Fragestellungen von morgen richtig vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer genauer als die zentrale Herausforderung für die Zukunft der Bundesrepublik in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine stetig steigende Lebenserwartung auf der anderen verändern das Gesicht unserer Nation.
Das Älterwerden der Menschen zwingt auch auf dem Jobmarkt zum Umdenken. Der lange eingeschlagene Weg der Frühverrentung führt in die falsche Richtung. Tatsächlich ist die aktive Teilnahme der Generation Fünfzig Plus am Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren unserer Wirtschaft.
Wenn immer weniger Junge zur Verfügung stehen, die vielfach außergewöhnlich qualifizierten Alten zudem immer länger gesund und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger unverzichtbares Element der VW sein. Hervorgehoben wird die steigende Bedeutung älterer Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt von der Statistik: Dieser Tage ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 Jahre alt – zum Ende des nächsten Jahrzehnts wird es bereits jeder dritte sein, Tendenz ansteigend.
Schon heute hat die Gruppe der Best Ager viel bessere Chancen, als sie selbst vermutet: Eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat gezeigt, dass bei nahezu der Hälfte aller Stellenangebote, für die sich über 50-Jährige bewarben, ein älterer Kandidat auch die Arbeit bekam. Insbesondere mittelständische Unternehmen schätzen die Kompetenz und Erfahrenheit von Älteren. Aber: In 3/4 der untersuchten Fälle lagen den Unternehmen überhaupt keine Applikationen älterer Arbeitssuchender vor.
Da ist es nicht erstaunlich, dass Deutschland im Vergleich der Länder mangelhaft abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Beschäftigungsquote der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 ein bisschen gestiegen – bleibt aber international ein Schlusslicht. VWs wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre erfahrene Generation längst in den Arbeitsmarkt integriert. Hier liegen die Quoten zwischen 65% und 70% – und steigen immer weiter.
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