Sonntag, 26. April 2009

Arbeitsplatzwahl – Die letzten Hundert Tage Ihres Studiums

Nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) hätten Sie wohl gute Chancen, einen Beruf zu bekommen, wenn Sie betagter sind, behindert und einer Minderheit angehören – dann sähe der Chef kaum einen Grund, Sie zurück zu weisen.

Was machen Sie aber, wenn Sie ein ausreichend ausgebildeter Mitteleuropäer sind und – so wie viele andere auch – nach Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz suchen? Es bleibt Ihnen nichts weiter übrig, aber Sie werden zumindest (!) die letzten 150 Tage Ihres Studentendaseins damit verdingen müssen, sich auf den Umstieg ins Berufsleben vorzubereiten. Das hört sich nicht erstrebenswert an und – das ist es auch nicht. Aber es hilft.

Also, sperren Sie sich doch nicht, die ganz gewöhnlichen Wege zu gehen. Dazu gehören zunächst einmal eine gute Selbstanalyse. Sprechen Sie zum Beispiel mit einem Dozenten Ihres Vertrauens und mit Ihren besten Freunden – denn die sagen Ihnen mit höchstwahrscheinlich die Wahrheit – wo sie Ihre Stärken und Schwächen wissen – und zwar nicht nur die in Bezug auf Ihr Fachwissen, sondern auch bei den sogenannten Kopfnoten, die im derzeitigen Markt immer bedeutender werden.

Dann bemühen Sie eine Arbeitsmarktanalyse. Das bedeutet: Hinterfragen Sie, in welchen Branchen arbeiten Leute mit Ihrer Ausbildung und Ihrem Können – und entspricht eine dieser Bereiche Ihrem Traumjob. Nach dem Super-Job sollten Sie übrigens wirklich immer zuallererst Ausschau halten – dabei aber Plan B nicht vergessen. Also: Wenn mein Lieblingsjob in meiner Traumbranche nicht frei ist, wo könnte ich dann arbeiten?

In den meisten Situationen bedenken Personen, die zum 1ten Mal einen Arbeitsplatz bekommen möchten, zu kurz und suchen nur in dem engen Ausschnitt dessen, was sie gelernt haben. Hierbei vernachlässigen sie angrenzende und verwandte Felder, bei denen sie gleichfalls arbeiten könnten, wenn sie ihre Fähigkeiten nur etwas updaten oder neu ordnen. Also Augen auf: Schauen Sie auf Mitteilungen aus der Presse aus Ihrer Branche, beachten Sie sich die Stellenangebote (Magazine und außerdem das Netz) genau an, sprechen Sie mit den Gewerkschaftsverbänden und abonnieren Sie eine Zeitschrift Ihres Faches. Oder wie wäre es mit der Visite einer Berufsmesse?

Schauen Sie sich auch Regionen an, die nicht zuvorderst im oberen Drittel Ihrer Wunschvorstellung zu finden sind. Ja, auch in Ostdeutschland kann man arbeiten, jedoch wollen da eventuell nicht so viele hin und Ihnen ist es aber wichtig, einen Start ins Berufsleben und damit die notwendige Erfahrung zu bekommen! Also, warum nicht Berlin an Stelle von München?.

Vorrangig möchten Sie Bares bekommen und hier auch müssen Sie sich vorab Wissen aneignen, wie die Berufsbranche vergütet und in welcher "Klasse" Sie als Einsteiger spielen können. Hier gibt es statistische Schriften, in denen wenigstens die Bandbreite der Gehälter angegeben ist, die in Ihrer Wunschbranche erstattet werden und ansonsten kennen Sie eventuell einen Freund, der vor Ihnen studiert hat und dort einen Job hat. Der ist sicher gerne bereit, Ihnen zu erkläutern, was Sie angeben sollten und was sie erwarten können (die eine wie die andere Zahl sind bestimmt nicht deckungsgleich). Auch Einkommenserhebungen· und Jobmessen sowie einige Stellen im Internet sind eine nützliche Quelle.

Der letzte Punkt und ein wichtiges Thema: Kennen Sie Knigge

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